HOMOPHOBIA IS GAY

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Shirt: DIY // Shoes: TUK // Everything else: Vintage

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Ich habe diesen Blogpost schon mal geschrieben. Doch irgendwie gefiel er mir nicht. Zu dahingeschmiert. Zu unpersönlich. Zu langweilig. Dabei ist es doch genau bei diesem Thema wichtig, es wahrzunehmen – und über langweilige Dinge denkt man nicht nach (was für eine langweilige Aussage!)
Ich schreibe diesen Blogpost tatsächlich nur wegen der dummen Bemerkung eines Mitschülers zu einer Mitschülerin. Und obwohl es nichts weiter als eine ehrliche, individuenundiskriminierende (aber dennoch sehr verallgemeinernde) Einzelmeinung ist, muss ich dieser Person sagen: Deine Meinung ist scheiße.
Homophobe Aussagen häufen sich zurzeit, aber bevor ich jetzt Vorträge über Meinungsfreiheit und deren Grenzen in der Diskriminierung halte, komme ich gleich zur Sache. Es geht mir hier um nicht mehr oder weniger als lediglich einen Satzanfang, bei dem ich genervt die Augen verdrehe und ich weiß, jetzt wird irgendein unbegründeter Bullshit aus dem Mund des Anderen kommen wird wie Plastikmüll in den Ozean:

„Ich hab‘ ja nichts gegen Schwule, aber…“

Dieser Satz bringt mich dazu, gleichzeitig im Strahl zu kotzen und Mordgelüste gegenüber meines Gesprächspartners zu entwickeln.
Es ist so ein bisschen wie ein Multiple-Choice-Test, bei dem es nur eine mögliche Antwort gibt, nämlich

[x] ich bin ein homophobes Arschloch.

Doch woher rührt diese Homophobie, ist Homosexualität doch sogar biologisch gesehen natürlich? (Bei circa 1500 Tierarten findet sich homosexuelles Verhalten, welches dort akzeptiert wird. Homosexualität hat sogar den evolutionären Vorteil, dass mehr Frauen sich um die Erziehung der Nachkommen kümmern können, so spekulieren Forscher!)

Schwule sind nicht homophob…

…ist tatsächlich ein Argument, dass viele im Umkehrschluss anwenden. Und tatsächlich sind die Homosexuellen, die ich kenne, liberale Menschen. Blöd nur, dass man jemanden die sexuelle Orientierung nicht an der Nasenspitze ablesen kann. Aber wenn ich mich an den ganzen (eigentlich) schon längst über Bord geworfenen Klischees orientiere, dürfte doch mein Religionslehrer, der ja so gern Soloauftritte mit romantischen Liedern auf Schulkonzerten hinlegt und der – oh Schreck! – Schals trägt, schwul sein.

Die ominösen Ansichten des Christen stehen jedoch komplett im Kontrast zu Liberalismus: „Schwule sind Scheiße!“ Und dabei kann man sich ja besonders gut auf unser aller Lieblingsbuch, die Bibel, berufen. Es ist schließlich unnatürlich! Der liebe Herrgott sieht das nicht gern!

In diesem Zusammenhang möchte ich nicht auf pädophile Bischöfe, die kleine Jungs vergewaltigen, oder gewisse homophobe, US-amerikanische Senatoren, die in einer Flughafentoilette Fremde belästigen, eingehen.

Worauf ich hier anspiele?

Nur, weil jemand sagt, er hätte diese oder jene Ansicht zu etwas, bedeutet das noch lange nicht, dass das auch wirklich so ist. Projektion ist eben einfacher als Konfrontation. Und Studien beweisen, dass mehr homophobe Menschen homosexuell sind, als die offiziellen Zahlen hergeben. Manche Menschen wollen sich selbst eben das Gegenteil ihrer eigenen Sexualität beweisen. Aus psychologischer Sicht ist ist Homphobie somit nicht nur „Schwulenhass“, sondern teilweise auch die tatsächliche Phobie, also Angst davor, buchstäblich homosexuell zu sein.

Was tun?

Doch viel tun kann man leider nicht, wenn jemand einem mal wieder ein „Ich find’s eklig, wenn Schwule sich küssen!“, ist Gesicht schleudert. Weshalb ich das hier dann schreibe? Um Fakten zu nennen. Fakten, mit denen man argumentieren sollte, wenn eben mal wieder so eine demokratiefeindliche Sch*** äußert. Fakten, mit denen man fundiert argumentieren kann und von diesem Recht auch Gebrauch machen sollte. Wir sind ja schließlich alle erwachsen und sollte keine voreiligen, verallgemeinernde Schlüsse ziehen. Wenn man mit solchen Hasstiraden konfrontiert wird, ist daher das beste Vorgehen, die betroffene Person ruhig darauf anzusprechen, woher diese Meinung rührt und ob sie weiß, was für Folgen solche Aussagen haben können. Nehmen wir doch als Beispiel mal den litauischen Politiker Petras Gazulis, der vor kurzem einen öffentlichen Platz in Vilnius mit einer Sprühdose desinfizierte und auch Homosexuelle Paare besprühte, um „die Stadt zu reinigen“. Ja, Politiker. Wirklich. Und nicht nur das! Gazulis sagt, Homosexualität mit Pädophilie gleichsetzend, dass der Zerfall der EU mit eben dieser Duldung von Minderheiten vorangetrieben wird. Und jetzt stellt euch vor, dass eben dieser Politiker Fraktionschef einer Regierungspartei ist.

Homophobe Äußerungen sind asozial (gesellschaftsschädigend) und besitzen die Kraft, junge Leute in die falsche Richtung zu treiben und so dauerhaft die Freiheit und die Menschenrechte einschränken.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein schönes Wochenende und eine zunehmende Akzeptanz von Minderheiten in der Gesellschaft.

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