Project Cece: 10 Fragen an Jana Kerkhoff über Fair Fashion

Dass Mode nachhaltig ist, ist wichtig. So wird es zumindest immer gesagt.
Doch was dahinter steckt, verstehen die wenigsten, kaum jemand nimmt sich das wirklich zu Herzen.
Dabei geht es um mehr als nur Ausbeutung von Menschen und den Klimawandel.
Mir geht es dabei darum, nicht die dreißigste Ferienwohnung eines CEOs zu finanzieren, während sich kleine Boutiquen immer schwieriger überhaupt am Leben halten können. Mir geht es darum, mich mit dem, was ich trage, nicht schuldig fühlen zu müssen. Mir geht es darum, genau zu wissen, wo meine Kleidung herkommt, wer die Kleidung produziert hat und ob es demjenigen gut geht.
Kurz gesagt: Warum soll ich für das kurze Erlebnis, irgendetwas neues, das eine Woche lang im Trend ist, unbeteiligten Lebewesen leid zufügen?

Dennoch bin auch ich noch nicht zu 100% nachhaltig. Selten kaufe auch ich mal bei kleineren Online-Shops etwas, das nicht fair produziert wird. Und es ist okay, wenn man den Wechsel nicht von einem Tag auf den anderen schafft.
Aber gibt es nicht noch andere Schritte außer dem klassischen „Kauf nicht bei H&M“?

Dazu habe ich mir mal eine echte Expertin auf dem Gebiet fair fashion zu Rate gezogen. Jana Kerkhoff studiert nicht nur Mode- und Textiltechnik, sondern ist die deutsche Managerin des nachhaltigen Onlineshops „Project Cece“, Kurzform für „Project conscious clothing“. Ihr habe ich 10 Fragen zum Thema nachhaltige Mode, bewusstem Konsum und warum „Project Cece“ weltweit einzigartig ist, gestellt.

 

Stell dich doch bitte mir und meinen Follower kurz vor!

Hallo ihr Lieben, ich bin Jana, 24 Jahre und im letzten Jahr meines Fashion & Textile Technologies Studiums in der Niederlande. Seit dem Sommer 2017 bin ich nun die Country Managerin von Project Cece Deutschland, der Fair Fashion Plattform, die es euch einfacher macht, nachhaltig und bewusst zu shoppen. In meinem Studium, meiner beruflichen Laufbahn und auch privat beschäftige ich mich sehr viel mit nachhaltiger Mode und einem nachhaltigen Lebensstil, nicht nur, weil es sehr wichtig für die Umwelt und für unsere Planeten ist, aber auch, weil ich das Thema super spannend finde. 



 

1. Wann hast du dich bewusst dafür entschieden, fair produzierte Kleidung zu kaufen? Gab es dort ein bestimmtes Schlüsselereignis?

Ich muss leider zugeben, dass auch ich früher sehr viel bei den Fast Fashion Marken geshoppt habe und den größten Teil meines Geldes für Klamotten ausgegeben habe. Durch mein Studium habe ich aber gelernt, welche Auswirkungen die Modeindustrie auf unseren Planeten und die Arbeiter in den Fabriken hat. Dadurch habe ich mich mehr und mehr dafür interessiert und durch das Lesen von Büchern, Blogs, Dokumentationen wie „The true Cost“ und Fair Fashion Events viel darüber gelernt, was man machen kann. Es gibt so viele Möglichkeiten nachhaltiger zu konsumieren.

2. Wie bist du persönlich mit Marcella, Noor und Melissa in Kontakt gekommen?

Im Winter 2016 war ich beim Sustainable Fashion Summit in Amsterdam. Ein Kongress für Start-ups und Interessierte zum Thema nachhaltige Mode, dort sind wir ins Gespräch gekommen und ich fand das Konzept von Project Cece sofort super interessant.

3. Was war euch bei der Umsetzung von Project Cece besonders wichtig, was ihr bei anderen fairen Onlineshops vermisst habt?

Wir möchten das individuelle Image der Marken beibehalten. Die Gründer von Modelabels stecken so viele Gedanken und Herzblut in das Image ihrer Marke und das geht durch große online Stores schnell verloren.

4. Wir leben in einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft, große Label wie H&M bringen im Schnitt alle zwei Wochen unter dem Konzept „Act local, think global“ eine neue Kollektion heraus. Was würdest du persönlich dir von der internationalen Textilindustrie und gerade von großen Firmen wie H&M wünschen?

Die großen Marken haben sehr viel Einfluss in der Modeindustrie, wenn diese mehr in Richtung Nachhaltigkeit tun würden, könnte das die komplette Industrie revolutionieren. Ein schöner Anfang wäre, mehr auf Qualität anstatt Quantität zu setzen und ihre Margen dazu zu nutzen die Arbeiter in den Fabriken so zu bezahlen, dass sie davon leben können. Es muss normal werden, dass Mode fair und umweltfreundlich produziert wird.

5. Weiterführend zu diesem Punkt: Was würdest du dir im Zusammenhang damit von der Gesellschaft wünschen?

Ich höre oft den Satz: „Alleine kann ich doch nichts ausrichten“. Dabei haben wir als Konsumenten sehr viel mehr Macht als uns bewusst ist. Durch das was wir kaufen, zeigen wir den Firmen was wir wollen. Hören wir auf, Fast Fashion zu kaufen, werden sich die großen Marken umorientieren müssen und wenn wir bei nachhaltigen Modemarken einkaufen unterstützen wir diese dabei zu wachsen. Wir wählen also mit dem Geld was wir ausgeben wie die Zukunft aussieht.

 


6. Welche Marke hat deines Erachtens nach im Bereich fair fashion einen absoluten Vorbildcharakter und warum?

Es ist wirklich schwierig, nur eine Marke zu nennen. Die größeren der fair Fashion Marken wie Armedangels, Hessnatur und People Tree gibt es schon seit vielen Jahren und sie arbeiten daran immer nachhaltiger zu werden, das ist toll. Aber auch andere Marken wie JAN `N JUNE, Lanius, LOVJOY und Kings of Indigo, die noch nicht so lange auf dem Markt sind, produzieren tolle und super modische Kollektionen, die vom Aussehen easy mit H&M, Zara & Co mithalten können aber von Grund auf nachhaltig sind. Ich finde alle Marken, die Nachhaltigkeit, faire Produktion und Umweltschutz in ihrer DNA verankert haben, haben Vorbildcharakter und tragen dazu bei, die Modeindustrie nachhaltiger zu gestalten.


7. Wie könnte man die Gesellschaft generell dazu anregen, mehr fair produzierte Mode einzukaufen?

Ich denke häufig liegt es einfach an Unwissenheit. Wir müssen den Menschen zeigen, was das 5€ T-Shirt mit den Menschen die es produzieren und unserer Umwelt anrichtet ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu winken. Es ist wichtig zu kommunizieren, wie einfach es sein kann nachhaltig zu leben und zu konsumieren und sich trotzdem modisch anzuziehen. Deswegen wurde auch Project Cece gegründet, nämlich um es den Menschen einfacher zu machen sich für eine nachhaltige Alternative zu entscheiden.

8. Wie ihr bereits in eurem Shop erwähnt, ist fair produzierte Mode meist teurer. Gibt es auch mit einem schmalen Geldbeutel die Möglichkeit, irgendetwas zu tun, um die Modeindustrie zu verändern?

Auf jeden Fall. Zu allererst ist es immer noch am nachhaltigsten das weiter und wieder zu verwenden, was bereits da ist. Also z.B. Vintage-Mode, Second-Hand, Up-Cycling der alten Klamotten oder einfach auch mit Freunden und Familie tauschen und der Kleidung somit ein neues Leben geben. Soll es dann aber doch etwas Neues sein, überlege dir genau ob du das Teil wirklich willst. Ich z.B. überlege bei jedem Kleidungsstück was ich kaufe (egal ob neu oder second-hand) ob ich es mindestens 30- mal anziehe. So habe ich im Kleiderschrank dann nur Teile die mir wirklich gefallen und Fehlkäufe gehören der Vergangenheit an.
Ja, nachhaltige Mode kann teurer sein, aber wenn du auf den wöchentlichen Shoppingtrip verzichtest und nur das kaufst was du wirklich willst (und wirklich brauchst), hast du auch mehr Geld für ein Lieblingsteil eines fair Fashion Labels.

 

9. Wo kaufst du ganz persönlich meist ein und worauf achtest du beim Einkauf?

Da ich selber noch Studentin bin und somit nicht das größte Budget habe, greife ich oft auf die oben genannten Tipps zurück. Ich liebe es auf Vintage- Märkten oder in Second- Hand Läden nach Schätzen zu stöbern. Wenn ich dann aber doch etwas Bestimmtes brauche achte ich auf gute Qualität, sodass ich lange etwas davon habe. Und auch jede fair Fashion Marke hat Phasen wo sie ihre Preise reduzieren.

 

10. 
Abschließend: Wie würdest du Project Cece in zwei Sätzen beschreiben?

Project Cece wurde mit viel Leidenschaft gegründet, um es euch einfacher zu machen, euch für nachhaltige und fair produzierte Mode zu entscheiden. Damit wollen wir daran mitarbeiten, Fair Fashion zur Normalität machen.

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Kings of Indigo

Shop / Instagram / Facebook

 

Was sind eure persönlichen Tipps für ein nachhaltigeres Leben? Lasst es mich in den Kommentaren wissen! :-)

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit Project Cece entstanden. Vielen Dank dafür!
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OOTD: THE VINTAGE VERSACE DRESS

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hat: weekday // dress: vintage versace // shoes: dr martens // fishnet longsleeve: vintage

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Hey guys, lange nicht gesehen! Bei mir gibt es zurzeit wieder procrastination at its finest. Ich schlage mich normalerweise mithilfe von Gewürzspekulatius, heißer Schokolade, Vanilleduftkerzen und Strickpullis durch den Winter, aber heute musste ich euch einfach direkt zeigen, was ich mir gekauft habe: Nämlich dieses absolut wunderbare Versace-Kleid.
Das erste Mal, dass ich ein solches Kleid gesehen habe, war 2013 auf Instagram, und vom ersten Moment an wollte ich so eins haben. Meine damalige Google-Suche ergab jedoch schnell, dass originale 90s-Kleider von Versace eigentlich nur auf Etsy zu Bill Gates‘ Monatsgehalt zu haben sind, und so habe ich den Gedanken, jemals eins besitzen zu können, erst einmal auf Eis gelegt.
Dieses Eis ist (komischerweise jetzt im Winter) jedoch geschmolzen, als ich zufällig und verhältnismäßig günstig letzte Woche genau das Kleid auf ebay Kleinanzeigen gefunden habe, was ich auf Etsy für circa das zwanzigfache gefunden hab. Ebay Kleinanzeigen ist für günstige Vintagekleidung ein echter Geheimtipp, vor allem seit Einführung der Suchaufträge, die euch automatisch neu hochgeladene Artikel anzeigt, die euren Suchkriterien entsprechen.
Lange Rede, kurzer Sinn: Hier ein für die Jahreszeit komplett unangemessenes, aber sehr fancy Outfit, bye loves

 

Elements inspired lookbook: BURNING DESIRE [fire]


Shirt & Jacket: Vintage / Shoes: Dr Martens / Glasses: Ebay / Pants: Patrons of Peace but v old


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Meddl Leude, was geht? Bin heute endlich dazu gekommen, den zweiten Blogpost zu bearbeiten und hier ist er. Inspiriert von Feuer, und ja i know, man erkennt’s nicht. Aber hey, schaut euch doch mein Shirt an! Es ist vintage und ein echtes Goldstück. Liebe es, weil es hinten auch noch ’nen Print hat (und ignoriere erfolgreich, wie unglaublich riesig es ist). Tja, da ich nicht geplant habe, hier irgendwas besonderes zu schreiben, plaudere ich einfach etwas aus dem Nähkästchen. Zurzeit habe ich Abifrei und bereite mich mehr oder weniger erfolgreich auf meine zwei letzten Prüfungen im Juni vor. Samstag fahre ich nach Wien und ich bin unsicher, was ich da für Jacke(n) und Schuhe mitnehmen soll. Dachte an Buffalo Platforms, aber Docs sind vielseitiger einsetzbar. Neben einer dünnen Regenjacke bräuchte ich noch eine etwas dickere, weshalb die Lederjacke aus diesem Outfit absolut perfekt wäre, allerdings ist es eine echte Bikerjacke (bin ne ganz coole, ich weiß), die gefühlt 3 Tonnen wiegt, wenn man sie mal so trägt. Irgendwelche Jacken- und Schuhideen? # firstworldproblems
Gleich shoote ich auch schon den nächsten Post, mal sehen, ob ich Erfolg habe. Bis bald! x Kim

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Elements inspired lookbook: CRASHING LIKE WAVES [water]

Eigentlich wollte ich ’nen Post bezüglich der Landtagswahl schreiben, aber irgendwie deprimiert mich das Thema zu sehr und ich wollte mal wieder ein paar „plumpe“ Outfitposts (sorry influenceeerrs). Und da alle guten Dinge ja bekanntlich vier sind (der Vater, der Sohn, der heilige Geist und Satan), habe ich mich diesmal von den vier Elementen inspirieren lassen. Nur ’ne kleine Nebeninfo, damit man es auch erkennt: das Kleid ist eigentlich schwarz-blau-glänzend mit einem superauffälligen Blauanteil, nur leider nicht auf meinen 258 geschossenen Bildern.
Liebe an euch alle, und falls ihr aus Schleswig-Holstein seid, vergesst nicht, Sonntag zu wählen!


Everything Vintage

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Jojojo Leute, heute gibt’s mal nicht großartiges. Gibt zwar eine Menge Dinge, über die ich mich zurzeit aufregen könnte, aber das bleibt für diesen ganz klassischen Outfitpost mal hinten drangestellt. Bin zurzeit ganz versessen auf die schönen Shirts und Pullover von Vetements, besonders die mit den 100-Meter-Ärmeln. Natürlich würde ich für nen Sweater n i e m a l s über Tausend Euro bezahlen, weshalb ich superglücklich war, als ich diesen Pullover im Secondhandshop meines Vertrauens gefunden habe. Er so einen early 2000-Vibe. Als ich ihn anprobiert habe und gemerkt hab, dass er eben solche 10000000-Meter-Ärmel hatte, musste er einfach mit. Das tolle Septum ist von der Marke Trashed and Ill und aus Echtsilber, kann euch nur empfehlen, da mal vorbeizuschauen :-)

Das war’s erstmal für heute, mir ist mehr nach Essen als nach Schreiben. Bald gibt’s für euch eine Lookbookserie, in der ich euch meine liebsten Vintage-Teile vorstelle. Seid gespannt!

Sweater: Vintage // Shoes: Dr Martens // Septum: Trashed an Ill

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Warum ich Social Media hasse und trotzdem blogge

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Sweater: Weekday / Shoes: Dr. Martens / Everything else: Vintage

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Hallo ihr lieben Menschen, wenn alles gut geht, begrüße ich euch mit diesem Post auch mit einem neuen Blogdesign, da ich zukünftig mehr Texte schreiben werde. Zudem hat sich mein entscheidungsverhasstes Ich nun endlich dazu durchgerungen, sich auf eine Sprache in den Beiträgen zu beschränken und kann euch nun stolz verkünden, dass ich künftig nur noch auf deutsch bloggen werde. Das Durchgehen meiner Kommentare zeigt, dass die meisten von euch eh schon deutsch sprechen, also wird’s nur noch einfacher :-)

Wie ihr vielleicht gemerkt habt, habe ich mir eine Auszeit vom Bloggen genommen. Das liegt zum einen daran, dass ich total busy mit Lernen war, aber auch daran, dass mich die Blogeinträge meiner gefolgten Blogs alle ziemlich abgefuckt haben.

Es ist ein leidiges Thema in unserer aktuellen Gesellschaft, die von Smartphone-Apps und „Instagram-Influencern“ geprägt ist. Während vor gut zehn Jahren hochwertige, detaillierte Inhalte in themenspezifischen Foren gepostet wurden, verlaufen sich Informationen heute im Netz schnell. Gerade „Allthemen-Social Media“ wie Instagram gibt Infos nur flüchtig, ohne wirkliche Quellen oder dass sich irgendjemand näher damit beschäftigt hätte. Menschen, die für Gegenstände einfallslos und eintönig handeln. Leute, die für ein paar Follower auf Instagram zu digitalen Straßenbettlern werden.

Die Oberflächlichkeit

Dass Social Media zu Oberflächlichkeit neigt, hasse ich wohl mit am Meisten. Und damit meine ich nicht nur einseitige Kommentare, die man als Feedback erlangt. Apps wie Instagram sind unpersönlich, unseriös und eintönig. Sucht man Informationen durch Hashtags, tauchen viele ähnliche Bilder auf – alle sind gleich bearbeitet und gestaltet. Als ich jünger war, konnte ich mich stolzes Mitglied zahlreicher Foren nennen. Dort kam ich schnell an spezifische Informationen und Fragen wurden schnell geklärt. Mit der wachsenden Anzahl sozialer Medien schien die Anzahl der Foren drastisch zu schrumpfen. Es fehlte nämlich das Wichtigste – die User. Und die scheinen nun wie tot – stattdessen tummeln sich überall im Internet Menschen mit erschreckendem Halbwissen. Und obwohl das Internet immer größer wird, geht meiner Meinung auch immer mehr die Vielfältigkeit verloren. Ein gutes Beispiel dafür ist Instagram mit seinen 200 aufeinanderfolgenden Bildern von Kakteen mit dem Titel „Plants are Friends“ in meinem Feed. Dass sich dieser Mainstream auch auf Soziale Medien übertragen hat, sieht man an Hashtags wie „#Starbucks“. Dieser hat erschreckende 24.000.000 Beiträge.

Das leidige Wesen der „Influencer“
Doch woher kommt dieses Phänomen, dass alle Contents im Netzwerk sehr ähnlich oder gleich sind? Instagram selbst spricht von „inspiring creativity“. Doch wo ist diese Kreativität, wenn Bilder nur noch möglichst genau nachgeahmt werden?
Erschreckenderweise scheint vielen Nutzern diese Vervielfachung von Inhalten in all ihrer Irrelevanz kaum aufzufallen. Ich finde es total in Ordnung, wenn jemandem nur bestimmte Themenbereiche gefallen und derjenige nur diesen entsprechenden Nutzern folgt. Problematisch ist nur, dass dadurch die gesamte Individualität der einzelnen Personen verloren geht. Warum macht man sich nicht ernsthaft Gedanken darüber, wie besonders ein Bild ist, bevor man es postet?
Ganz einfach – dadurch bekommt man Follower. Und durch diese Follower werden bekannte Marken auf einen aufmerksam. Das gilt nicht nur für Instagram – YouTube und co. zeigen das Gleiche System. Hast du erst einmal die Follower, wollen Marken kooperieren. Und auch das finde ich nicht verwerflich. Es ist toll, etwas (materielles) für deine Mühen zurückzubekommen. Dennoch scheinen viele Menschen, die eine große Anzahl an Followern erlangt haben, diese Gratisgeschenke mit kleiner Gegenleistung nicht als Ansporn zu sehen. Stattdessen werden ihre Beiträge nur noch eintöniger (und langweiliger).

Alles für eine Daniel Wellington-Uhr
Grob gesagt, geht es darum in jedem Netzwerk. Große Firmen versuchen durch die neue Erscheinung der sozialen Medien neue Zielgruppen anzusprechen. Und wie geht das besser als über bekannte User der Plattform? Richtig, gar nicht.
Kooperationen an sich sind ja auch nichts schlechtes. Dass die „Influencer“ jedoch vom Start bis hin zur eigentlichen Kooperation sämliche ethische Moralvorstellungen über Bord werfen, ist mir schleierhaft.
Neulich erzählte mir ein Freund, dass der neueste Trend auf Instagram ist, mit Nestle zu kooperieren und Bilder von Nestle-Eis hochzuladen. Und DAS finde ich verwerflich.
Wenn ich mit einem Online-Shop kooperiere, lege ich Wert darauf, dass der Shop davon profitiert. Allerdings möchte ich ihn euch dann auch wirklich ans Herz legen und würde mir die Produkte auch jederzeit wieder kaufen. Am Wichtigsten ist mir dabei jedoch auch, ob der Online-Shop ethisch ähnliche Moralvorstellungen hat wie ich. Hat der Shop faire Arbeitsbedingungen? Ist der Anbieter seriös? Schadet die Produktion der Umwelt?
Schließlich möchte ich ja nur wegen ein paar dazuverdienten Euros kein Hurensohn Weltverschlechterer werden. Aber genau das sind meiner Meinung nach die Leute, die irgendwelche (sorry für die Ausdrucksweise) banale Scheiße über irgendeinen Gegenstand posten, den sowieso niemand kaufen wird.

Früher war alles besser
Vielleicht sollten diese Leute (und wir alle sind ein bisschen diese Leute) ihre materialistischen Vorstellungen überdenken – dann würden vielleicht auch die Inhalte zurückkommen, wegen denen ich mich damals auf Seiten wie Instagram oder Facebook angemeldet habe. Mir gefiel die Idee eines endlos großen Haufen einzigartiger Ideen, die nur darauf warten, mit allen Menschen da draußen geteilt zu werden. Damals war es wichtig, was man postet, um Erfolg zu haben. Es war ein Erfolg, der nicht auf eine gratis Daniel Wellington hinarbeitete, sondern darauf, die Community zu vergrößern und die Ideen immer mehr Menschen vorzustellen.
Schaut euch doch mal alte Inhalte von euren Lieblings-Youtubern / Instagrammern / Twitterern usw. an und ihr werdet den Unterschied erkennen. Versucht euch von Früher inspirieren zu lassen. Genau das versuche ich zurzeit – auch mit meinem Blog. Vom Design her wird also alles neu, von den Posts her eher alles „alt“ :D Ich versuche in dieser Hinsicht an mir zu arbeiten, indem ich mich mehr auf das Bloggen konzentriere und weniger auf das Drumherum. Wenn wir uns auf die alten Zeiten besinnen, werden wir sehen, was uns nun entgeht und können es ändern!

5 Dinge, die bei analoger Fotografie zu beachten sind (+meine analogen Favorites)

(Beste Bearbeitung evuurrrr) Heute möchte ich euch eines meiner liebsten Hobbys vorstellen – wie an der Überschrift erkennbar geht es um Fotografie, genauer gesagt um die analoge Fotografie. Für Fotos gibt es hier mehr zu beachten als bei Digitalkameras, wieviel man beachten muss, hängt natürlich auch vom Alter der Kamera ab. Daher habe ich hier einen kleinen Guide für alle unter euch, die schon länger mit dem Gedanken spielen, sich an analogen Fotos zu versuchen. Ich kann es all denjenigen unter euch mit ein bisschen Geduld und Freude an Überraschungen ans Herz legen. Es ist immer wieder ein wunderbares Gefühl, die fertig entwickelten Fotos in der Hand zu halten und sich an all die schönen Momente zu erinnern, in denen sie entstanden sind.

1. Die Kamera: Bei der Wahl der Kamera ist in erster Linie wichtig, wofür du sie brauchst. Willst du professionelle Fotos machen, bei der du Lichtverhältnisse verändern und einen Fokus einstellen kannst, ist eine analoge Spiegelreflexkamera empfehlenswert. Willst du hingegen nur eine Alternative zu Einwegkameras finden, die für Partys, Urlaube ect. Geeignet sind, ist eine einfache Kompaktkamera empfehlenswert. Zudem sollten bei der Wahl vor allem die persönlichen Fähigkeiten berücksichtigt werden. Fotografierst du schon lange? Hast du schon mal analog fotografiert? Für Einsteiger empfiehlt sich eine Kamera mit Vollautomatikmodus und Autofokus.

2. Das Zähler: Schwierig ist nämlich hier vor allem das Einlegen des Films, wenn die Kamera diesen nicht automatisch weiterspult. Hier kann es schnell mal passieren, dass der Film nicht richtig eingelegt ist und du am Ende eines Urlaubs mit leeren Händen ohne irgendwelche Fotos dastehst. (Und ja, das ist mir in der Tat passiert, als ich in Frankreich war. Während ich fröhlich Fotos vom versailler Spiegelsaal schoss, merkte ich, dass sich der Zähler nicht weiterdrehte. Dann hast du die Arschkarte.) Die neueren analogen Kameras spulen den Film automatisch weiter – dennoch auch in jedem Fall auf das Weiterlaufen des Zählwerks als Überprüfung achten!

3. Der Fokus: Ein Autofokus ist für alle die empfehlenswert, die schlechtere Augen haben oder Brillenträger sind, da der manuelle Fokus durch den Sucher nicht immer zu 100% scharfstellt. Wenn du jedoch wie ich auch bei deiner Digitalkamera besser mit einem manuellen Fokus zurechtkommst, empfehle ich dir diesen Weg auch analog zu gehen. Vorteil hierbei ist, dass du auch ältere Kameras ohne Autofokus bedienen kannst.

4. Der Kleinbildfilm: Früher gab es Kleinbildfilme wie Sand am Meer, heute sind sie zur echten Mangelware geworden. Bis vor kurzem gab es empfehlenswerte und sehr günstige Filme bei DM und Rossmann, diese wurden jedoch leider aus dem Sortiment genommen. Zurzeit kaufe ich mir Kodak Gold Filme im 3er-Pack für 8€, da diese ein recht gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben.
Die Filme selbst gibt es mit verschieden vielen Aufnahmen: Am meistverbreitesten sind 24 oder 36. Günstiger sind im Schnitt die 36er und davon habt ihr länger etwas, weshalb ich euch diese klar empfehle.
Im Gegensatz zu Speicherkarten (haha) haben Filme ein Verfallsdatum, dass nicht überschritten werden sollte. Länger halten sie sich, wenn sie im Kühlschrank aufbewahrt oder sogar eingefroren werden. Bei zweiterem ist zu beachten, dass sie 24 Stunden vor Benutzung in den Kühlschrank verlagert werden sollten.

Aus eigener Erfahrung kann ich euch nur sagen, dass auch ungekühlt gelagerte Filme noch Jahre nach dem MHD benutzt werden können. Manche Fotos dieser Filme verloren an Farbstärke oder hatten Schlieren, aber dieses interessante Experiment kann ich jedem empfehlen!

5. Das Entwickeln: Die ganz harten machen’s selbst und bauen sich eine Dunkelkammer, bestellen sich für mehrere hundert Euro die nötigen Chemikalien und bezahlen einmalig eine Gebühr von 10000000000€. Spaß beiseite, worauf ich eigentlich hinauswill ist, dass unterschiedliche Läden logischerweise unterschiedlich für das Entwickeln nehmen. Geht in KEINEM Fall zu einem Fotoladen! Dort fäng das Entwickeln bei etwa 10€ aufwärts an und dauert meist etwa eine Woche. Die besten Erfahrungen habe ich bei Rossmann gemacht, je nach Größe der Abzüge bezahlt man dort für die Filmentwicklung und die Abzüge etwa 2,50€-5€ (bei Standard-Kleinbildfilmen). Top Secret, von dem ich leider nicht weiß, ob es für jede Stadt gilt: In vielen werden die Filme dort Freitags entwickelt und können Samstag abgeholt werden – also am Donnerstag vorbeibringen!

Am Schluss nochmal zwei Kamera-Kaufempfehlungen: Für meine Fotos benutze ich meist die Canon AV-1 und Canon MC-10 :-)
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