Project Cece: 10 Fragen an Jana Kerkhoff über Fair Fashion

Dass Mode nachhaltig ist, ist wichtig. So wird es zumindest immer gesagt.
Doch was dahinter steckt, verstehen die wenigsten, kaum jemand nimmt sich das wirklich zu Herzen.
Dabei geht es um mehr als nur Ausbeutung von Menschen und den Klimawandel.
Mir geht es dabei darum, nicht die dreißigste Ferienwohnung eines CEOs zu finanzieren, während sich kleine Boutiquen immer schwieriger überhaupt am Leben halten können. Mir geht es darum, mich mit dem, was ich trage, nicht schuldig fühlen zu müssen. Mir geht es darum, genau zu wissen, wo meine Kleidung herkommt, wer die Kleidung produziert hat und ob es demjenigen gut geht.
Kurz gesagt: Warum soll ich für das kurze Erlebnis, irgendetwas neues, das eine Woche lang im Trend ist, unbeteiligten Lebewesen leid zufügen?

Dennoch bin auch ich noch nicht zu 100% nachhaltig. Selten kaufe auch ich mal bei kleineren Online-Shops etwas, das nicht fair produziert wird. Und es ist okay, wenn man den Wechsel nicht von einem Tag auf den anderen schafft.
Aber gibt es nicht noch andere Schritte außer dem klassischen „Kauf nicht bei H&M“?

Dazu habe ich mir mal eine echte Expertin auf dem Gebiet fair fashion zu Rate gezogen. Jana Kerkhoff studiert nicht nur Mode- und Textiltechnik, sondern ist die deutsche Managerin des nachhaltigen Onlineshops „Project Cece“, Kurzform für „Project conscious clothing“. Ihr habe ich 10 Fragen zum Thema nachhaltige Mode, bewusstem Konsum und warum „Project Cece“ weltweit einzigartig ist, gestellt.

 

Stell dich doch bitte mir und meinen Follower kurz vor!

Hallo ihr Lieben, ich bin Jana, 24 Jahre und im letzten Jahr meines Fashion & Textile Technologies Studiums in der Niederlande. Seit dem Sommer 2017 bin ich nun die Country Managerin von Project Cece Deutschland, der Fair Fashion Plattform, die es euch einfacher macht, nachhaltig und bewusst zu shoppen. In meinem Studium, meiner beruflichen Laufbahn und auch privat beschäftige ich mich sehr viel mit nachhaltiger Mode und einem nachhaltigen Lebensstil, nicht nur, weil es sehr wichtig für die Umwelt und für unsere Planeten ist, aber auch, weil ich das Thema super spannend finde. 



 

1. Wann hast du dich bewusst dafür entschieden, fair produzierte Kleidung zu kaufen? Gab es dort ein bestimmtes Schlüsselereignis?

Ich muss leider zugeben, dass auch ich früher sehr viel bei den Fast Fashion Marken geshoppt habe und den größten Teil meines Geldes für Klamotten ausgegeben habe. Durch mein Studium habe ich aber gelernt, welche Auswirkungen die Modeindustrie auf unseren Planeten und die Arbeiter in den Fabriken hat. Dadurch habe ich mich mehr und mehr dafür interessiert und durch das Lesen von Büchern, Blogs, Dokumentationen wie „The true Cost“ und Fair Fashion Events viel darüber gelernt, was man machen kann. Es gibt so viele Möglichkeiten nachhaltiger zu konsumieren.

2. Wie bist du persönlich mit Marcella, Noor und Melissa in Kontakt gekommen?

Im Winter 2016 war ich beim Sustainable Fashion Summit in Amsterdam. Ein Kongress für Start-ups und Interessierte zum Thema nachhaltige Mode, dort sind wir ins Gespräch gekommen und ich fand das Konzept von Project Cece sofort super interessant.

3. Was war euch bei der Umsetzung von Project Cece besonders wichtig, was ihr bei anderen fairen Onlineshops vermisst habt?

Wir möchten das individuelle Image der Marken beibehalten. Die Gründer von Modelabels stecken so viele Gedanken und Herzblut in das Image ihrer Marke und das geht durch große online Stores schnell verloren.

4. Wir leben in einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft, große Label wie H&M bringen im Schnitt alle zwei Wochen unter dem Konzept „Act local, think global“ eine neue Kollektion heraus. Was würdest du persönlich dir von der internationalen Textilindustrie und gerade von großen Firmen wie H&M wünschen?

Die großen Marken haben sehr viel Einfluss in der Modeindustrie, wenn diese mehr in Richtung Nachhaltigkeit tun würden, könnte das die komplette Industrie revolutionieren. Ein schöner Anfang wäre, mehr auf Qualität anstatt Quantität zu setzen und ihre Margen dazu zu nutzen die Arbeiter in den Fabriken so zu bezahlen, dass sie davon leben können. Es muss normal werden, dass Mode fair und umweltfreundlich produziert wird.

5. Weiterführend zu diesem Punkt: Was würdest du dir im Zusammenhang damit von der Gesellschaft wünschen?

Ich höre oft den Satz: „Alleine kann ich doch nichts ausrichten“. Dabei haben wir als Konsumenten sehr viel mehr Macht als uns bewusst ist. Durch das was wir kaufen, zeigen wir den Firmen was wir wollen. Hören wir auf, Fast Fashion zu kaufen, werden sich die großen Marken umorientieren müssen und wenn wir bei nachhaltigen Modemarken einkaufen unterstützen wir diese dabei zu wachsen. Wir wählen also mit dem Geld was wir ausgeben wie die Zukunft aussieht.

 


6. Welche Marke hat deines Erachtens nach im Bereich fair fashion einen absoluten Vorbildcharakter und warum?

Es ist wirklich schwierig, nur eine Marke zu nennen. Die größeren der fair Fashion Marken wie Armedangels, Hessnatur und People Tree gibt es schon seit vielen Jahren und sie arbeiten daran immer nachhaltiger zu werden, das ist toll. Aber auch andere Marken wie JAN `N JUNE, Lanius, LOVJOY und Kings of Indigo, die noch nicht so lange auf dem Markt sind, produzieren tolle und super modische Kollektionen, die vom Aussehen easy mit H&M, Zara & Co mithalten können aber von Grund auf nachhaltig sind. Ich finde alle Marken, die Nachhaltigkeit, faire Produktion und Umweltschutz in ihrer DNA verankert haben, haben Vorbildcharakter und tragen dazu bei, die Modeindustrie nachhaltiger zu gestalten.


7. Wie könnte man die Gesellschaft generell dazu anregen, mehr fair produzierte Mode einzukaufen?

Ich denke häufig liegt es einfach an Unwissenheit. Wir müssen den Menschen zeigen, was das 5€ T-Shirt mit den Menschen die es produzieren und unserer Umwelt anrichtet ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu winken. Es ist wichtig zu kommunizieren, wie einfach es sein kann nachhaltig zu leben und zu konsumieren und sich trotzdem modisch anzuziehen. Deswegen wurde auch Project Cece gegründet, nämlich um es den Menschen einfacher zu machen sich für eine nachhaltige Alternative zu entscheiden.

8. Wie ihr bereits in eurem Shop erwähnt, ist fair produzierte Mode meist teurer. Gibt es auch mit einem schmalen Geldbeutel die Möglichkeit, irgendetwas zu tun, um die Modeindustrie zu verändern?

Auf jeden Fall. Zu allererst ist es immer noch am nachhaltigsten das weiter und wieder zu verwenden, was bereits da ist. Also z.B. Vintage-Mode, Second-Hand, Up-Cycling der alten Klamotten oder einfach auch mit Freunden und Familie tauschen und der Kleidung somit ein neues Leben geben. Soll es dann aber doch etwas Neues sein, überlege dir genau ob du das Teil wirklich willst. Ich z.B. überlege bei jedem Kleidungsstück was ich kaufe (egal ob neu oder second-hand) ob ich es mindestens 30- mal anziehe. So habe ich im Kleiderschrank dann nur Teile die mir wirklich gefallen und Fehlkäufe gehören der Vergangenheit an.
Ja, nachhaltige Mode kann teurer sein, aber wenn du auf den wöchentlichen Shoppingtrip verzichtest und nur das kaufst was du wirklich willst (und wirklich brauchst), hast du auch mehr Geld für ein Lieblingsteil eines fair Fashion Labels.

 

9. Wo kaufst du ganz persönlich meist ein und worauf achtest du beim Einkauf?

Da ich selber noch Studentin bin und somit nicht das größte Budget habe, greife ich oft auf die oben genannten Tipps zurück. Ich liebe es auf Vintage- Märkten oder in Second- Hand Läden nach Schätzen zu stöbern. Wenn ich dann aber doch etwas Bestimmtes brauche achte ich auf gute Qualität, sodass ich lange etwas davon habe. Und auch jede fair Fashion Marke hat Phasen wo sie ihre Preise reduzieren.

 

10. 
Abschließend: Wie würdest du Project Cece in zwei Sätzen beschreiben?

Project Cece wurde mit viel Leidenschaft gegründet, um es euch einfacher zu machen, euch für nachhaltige und fair produzierte Mode zu entscheiden. Damit wollen wir daran mitarbeiten, Fair Fashion zur Normalität machen.

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Was sind eure persönlichen Tipps für ein nachhaltigeres Leben? Lasst es mich in den Kommentaren wissen! :-)

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit Project Cece entstanden. Vielen Dank dafür!
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vetements-inspired fall look

Jojojo Leute, heute gibt’s mal nicht großartiges. Gibt zwar eine Menge Dinge, über die ich mich zurzeit aufregen könnte, aber das bleibt für diesen ganz klassischen Outfitpost mal hinten drangestellt. Bin zurzeit ganz versessen auf die schönen Shirts und Pullover von Vetements, besonders die mit den 100-Meter-Ärmeln. Natürlich würde ich für nen Sweater n i e m a l s über Tausend Euro bezahlen, weshalb ich superglücklich war, als ich diesen Pullover im Secondhandshop meines Vertrauens gefunden habe. Er so einen early 2000-Vibe. Als ich ihn anprobiert habe und gemerkt hab, dass er eben solche 10000000-Meter-Ärmel hatte, musste er einfach mit. Das tolle Septum ist von der Marke Trashed and Ill und aus Echtsilber, kann euch nur empfehlen, da mal vorbeizuschauen :-)

Das war’s erstmal für heute, mir ist mehr nach Essen als nach Schreiben. Bald gibt’s für euch eine Lookbookserie, in der ich euch meine liebsten Vintage-Teile vorstelle. Seid gespannt!

Sweater: Vintage // Shoes: Dr Martens // Septum: Trashed an Ill

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BLOGVORSTELLUNG

Aesthetically Pleasing

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Ich sitz‘ hier gerade in der Hitze und schlürf fast gefrorenen grünen Tee, vertilge dazu die fotogene Beauty von den Bildern und bin traurig, weil es nachher gewitterm soll und ich ins Freibad wollte. However, mir kam irgendwie die kleine Idee einer Blogvorstellung, da ich auch mal Inspiration statt irgendwelchen Süßigkeiten fressen muss.

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Die Rules sind ganz einfach:

– kommentiert mit eurem Namen und Bloglink unter diesem Post

– verlinkt meine Blogvorstellung irgendwo auf eurem Blog

ihr müsst KEIN Leser meines Blogs sein, um teilzunehmen, aber wenn ihr Sympathiepunkte sammeln wollt, bin ich in dieser Hinsicht wohl etwas bestechlich. Ich freu mich auf eure Teilnahme!